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Angststörungen bei Kindern

und Jugendlichen

Liebe Eltern,

die Angst ist eine sehr wichtige Emotion und deutet auf eine normale Entwicklung eines Kindes hin. Im Laufe dieser Entwicklung können bestimmte Ängste auftreten, die jeweils für ein bestimmtes Alter spezifisch sind. In einem solchen Fall ist es gut, wenn Sie als nahe stehende Bezugsperson mit Ihrem Kind reden und gemeinsam versuchen, der Angst auf den Grund zu gehen, um sie zu verstehen und zu überwinden. Wenn die Angst sehr stark ausgeprägt ist, mehrere Monate andauert und durch elterliche Unterstützung nicht reduziert wird, kann dies auf eine Angststörung hindeuten. Sie gehört zu den häufigsten Problemen im Kindes- und Jugendalter. In den meisten Fällen wurde die Angst erlernt. Es handelt sich also um eine Erfahrung. Anders ausgedrückt: die Angst wurde konditioniert. Die gute Nachricht ist: Alles, was erlernt wurde, kann auch wieder um-gelernt werden. Doch setzen wir uns zuerst mit den Arten der Angst auseinander.

Welche Arten von Ängsten gibt es?

Im Allgemeinen können Ängste in folgende zwei Gruppen unterteilt werden: Ängste mit Beginn im frühen Kindesalter: Hierzu gehören z. B. Trennungsangst, Verlustangst, phobische Störung des Kindesalters wie Angst vor Tieren oder Angst vor Blut, Angst vor Dunkelheit (Achluophobie), Angst vor Monstern, Angst vor Fremden, Schulangst, Nachtängste (pavor nocturnus) und Alpträume. Ängste des Erwachsenenalters: Zu diesen Ängsten zählen Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien wie beispielsweise Arachnophobie (Spinnenangst)  und Prüfungsangst (Examensangst), generalisierten Angststörung und Panikattacke. In Abhängigkeit vom Alter können bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Ängste auftreten. Diese können mit der Entwicklung Ihres Kindes zusammenhängen. Sie müssen jedoch nicht zwingend in dem angegebenen Alter vorkommen. 1 bis ca. 3 Jahre: Jedes Alter hat eigene spezifische Ängste. So haben Kleinkinder bis 3 Jahre häufig Angst, allein ohne Mutter zu sein (Trennungsangst und Verlustangst). In diesem Alter bedeutet die Mutter für das Kind Sicherheit. Im Alltag entfernt sich die Mutter oder eine vertraute Bezugsperson zeitweise vom Kind, z. B. beim ins Bett oder zum Kindergarten bringen. Sobald das Kind dann merkt, dass es alleine ist, kann es mit Schreien und starken körperlichen Reaktionen darauf reagieren. Die Trennungsangst kann sogar von Befürchtungen begleitet werden, dass nicht nur dem Kind sondern auch der Bezugsperson etwas passieren könnte. Weiterhin können Schlafstörungen in Form von Alpträumen in Verbindung mit Trennungsangst gebracht werden. Für die ersten Lebensjahre ist auch die Angst vor fremden Personen typisch. Höhenangst und die Angst vor der Tiefe kommen in diesem Alter ebenfalls häufig vor. 3 bis ca. 7 Jahre: Typisch für Kinder des Vorschulalters ist die Angst vor Dunkelheit (Achluophobie). In diesem Alter entwickelt sich auch die Angst vor dem Tod. Kleine Kinder leben häufig in einer Phantasiewelt und können sich zum Beispiel Personen und Figuren aus Märchen sehr bildlich vorstellen. Das kann soweit gehen, dass sich daraus beispielsweise eine Angst vor Hexen, Monstern oder Räubern entwickelt und das Kind in der Nacht nicht schlafen kann. Die Trennungsangst oder Verlustangst kann in diesem Alter auch noch vorkommen, klingt aber in der Regel mit zunehmendem Alter ab. Einschulung und Schulalter: Die Einschulung bedeutet für Ihr Kind eine neue soziale Umgebung mit neuen Herausforderungen und möglicherweise einem Leistungsdruck, den es vorher nicht gab. Doch für die meisten Kinder ist der erste Schultag etwas Schönes und Besonderes. Allerdings sind nicht alle Eltern bei der Einschulung Ihres Kindes entspannt und gelassen. Einige Eltern haben eine gewisse Erwartungshaltung und diese kann unbewusst an das Kind übertragen werden. Jedes Kind entwickelt sich individuell und hat ein eigenes Lerntempo. Im Schulalltag können sich daraus Ängste für das Kind entwickeln: die Angst, schlechte Noten zu bekommen, schlechter als die Mitschüler zu sein oder Prüfungs- und Versagensängste. Aus Gründen der Angst kann auch ein Vermeidungsverhalten entstehen. Soziale Ängste (soziale Phobie) kommen in diesem Alter ebenfalls vor. Sie können sozialen Rückzug, wenige soziale Kontakte und Schulschwänzen zur Folge haben. Manchmal bekommen Kinder in solchen Fällen z. B. Bauchschmerzen und bleiben dann einfach zu Hause. Schulkinder und Jugendliche: Da sich der Körper in diesem Altersbereich sehr schnell entwickelt, kann das ein Grund für bestimmte Ängste sein. Zum Beispiel für die Angst, zuzunehmen oder nicht gut auszusehen. Auf diese Weise können sich in diesem Alter auch Essstörungen wie Bilimia nervosa, Anorexia nervosa oder auch andere Verhaltensweisen entwickeln, die auf die Angst vor dem eigenem Körper bzw. vor den Veränderungen des eigenen Körpers hindeuten. Auch die Angst, anders als die anderen oder als “schwarzes Schaf” abgestempelt zu sein, keinen Freund oder Freundin zu finden oder auch jemanden zu verlieren wie zum Beispiel die Eltern kann in diesem Alter auftreten.

Definition und Folgen

einer Angststörung

Von einer Angststörung wird gesprochen, wenn die

Angst für ein bestimmtes Alter untypisch ist,

mehrere Monate anhält, das Kind in der normalen

Entwicklung beeinträchtigt und einen

Leidensdruck verursacht.

Beispielsweise spricht man von einer Angststörung,

wenn ein 9-jähriges Kind eine Trennungsangst oder

Angst vor Dunkelheit hat, die normalerweise vor der

Einschulung abklingt.

Angst ist eine subjektive Wahrnehmung und kann von körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Atemnot, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Harndrang und Schlaf- und Konzentrationsstörungen begleitet werden. Eine starke Angst führt zu einer falschen Interpretation oder Einschätzung der Situation. So denken Kinder mit einer solchen Angst, dass sie mit der Situation nicht zurecht kommen. Demzufolge unterschätzen sie ihre eigenen Kräfte und Bewältigungsstrategien und suchen nach einer Fluchtmöglichkeit aus der Situation (Vermeidungsverhalten). Das heißt, dass sie die Situation bewusst meiden, ohne zu wissen, warum sie dies tun. Sie interpretieren die angstbesetzten Situationen als “zu gefährlich” und verlieren dadurch jegliche Kontrolle über diese. Später kann es passieren, dass auch ähnliche Situationen direkt als “zu gefährlich” eingestuft und gemieden werden.

Wodurch wird die Angst verstärkt?

Eine gewisse Veranlagung (Vulnerabilität) kann die Entwicklung oder Verstärkung der Angst im Kindes- und Erwachsenenalter begünstigen. Ängstlichkeit, Verletztlichkeit, ein niedriges Selbstwertgefühl und auch familiäre Konflikte (z. B. mit Streitigkeiten) oder Krankheiten, Umzüge, Arbeitslosigkeit, Schulwechsel, Scheidung, Todesfälle oder sonstige belastende (traumatisierende) Ereignisse in der Vergangenheit können die Angst begünstigen oder sich in Form einer Angst beim Kind manifestieren.

Die Entstehung einer Angst

Damit sich Kinder gut entwickeln können, brauchen sie einerseits Möglichkeiten, viele Erfahrungen zu machen. Andererseits benötigen sie natürlich auch Vorbilder, um gute Strategien in der Praxis sehen zu können. Wenn sich der Erwachsene bzw. das Vorbild des Kindes selbst ängstlich verhält und eine bestimmte Situation nicht im Griff hat, kann dieses Verhalten bzw. die Angst vom Kind erlernt werden. Wird eine derartige Situation mehrmals beobachtet, kann es zum Nachahmen kommen. Kinder lernen durch nachahmen. Eine Angst kann auch aus einer eigenen Erfahrung resultieren. So kann es in einer stark mit Angst besetzten Situation passieren, dass sich die Angst mit der angstbesetzten Situation verknüpft. Oder die Angst kann sich mit etwas, das sich gerade im Fokus der Aufmerksamkeit befindet, verbinden. Ein Kind wurde zum Beispiel von einem Hund gebissen und erlebte in diesem Moment eine Todesangst. Dieses Gefühl kann sich in dem Moment mit dem Hund verbinden, weil der Hund im Moment im Fokus der Aufmerksamkeit war. In so einem Fall, können Situationen mit Hunden (auch mit friedlichen Hunden), an die erlebte Angst erinnern bzw. sie wieder auslösen. Dies passiert jedoch nicht unbedingt bewusst. Das heißt, dass sich das Kind vielleicht mehrere Jahre später nicht mehr an das ursprüngliche Ereignis erinnert, das zu der Angst geführt hat. Und dennoch löst ein ähnliches Ereignis die gleichen Gefühle aus. In diesem Fall spricht man von einer Konditionierung, weil die Angst mit dem Bild des Hundes gekoppelt wurde. Auf die gleiche Art und Weise können viele andere Ängste erlernt werden. Die Konditionierung der Angst kann auch über längere Zeit erfolgen. Wenn das Kind über eine längere Zeitdauer hinweg gemobbt wird, zum Beispiel in der Schule, kann dies zu Ängsten oder sogar zu einer Schulphobie führen und ein Vermeidungsverhalten mit sich bringen. Ein sehr wichtiger Faktor, der bei der Entstehung von Ängsten mitwirkt, ist eine emotionale Anspannung innerhalb der Familie, z. B. zwischen den Eltern. In einigen Fällen sind Kinder lediglich Symptomträger familiärer Konflikte. In einem solchen Fall sollte die ganze Familie in die Therapie miteinbezogen werden.

Idealsituation:                         

Prävention statt Intervention

Die beste Prävention ist eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen den Familienmitgliedern bzw. zwischen Kindern und Eltern. Es soll Ansprechpartner geben, an die sich Kinder und Jugendliche jederzeit bei Fragen und Problemen wenden können. Eltern sollten Kinder auf die bevorstehenden körperlichen Veränderungen, die mit dem Körperwachstum zusammenhängen, vorbereiten und ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen. Mädchen sollen ausführlich über die bevorstehende Periode, die bereits mit 10 oder 11 Jahren beginnen kann, ausführlich informiert werden. Mädchen und Jungen sollen auch über die Sexualität und die während der Pubertät entstehenden körperlichen Veränderungen gut informiert werden. Es ist sehr gut, wenn diese Informationen besser zu Hause in einer vertrauensvollen Atmosphäre weitergegeben werden, als irgendwo von Freunden oder sogar aus den Medien oder der Werbung erfahren werden. Es ist offensichtlich, dass Jugendliche ungern über ihre Ängste und Befürchtungen sprechen. Doch in der Praxis kann man auch sehen, dass häufig vertraute Bezugspersonen fehlen, die bei Fragen oder Schwierigkeiten kontaktiert werden könnten. An Verhalten wie beispielsweise an einem sozialen Rückzug oder einer herabgesetzten oder gereizten Laune ist erkennbar, dass etwas mit dem Kind oder dem Jugendlichen nicht stimmt. Probleme in der Schule mit den Mitschülern können sogar bis zum Suizidversuch führen. Die Suizidrate im Jugendalter ist sehr hoch. Deswegen sollen Jugendliche mit aufklärenden und herzlichen Gesprächen von ihren Eltern stets unterstützt werden. Eine weitere Unterstützung und Hilfe in diesem manchmal schwierigen Alter kann ein Hobby leisten. Mit Hobby ist kein Smartphone, Fernseher, Computer oder Facebook gemeint. Die sozialen Medien und Netzwerke führen zu Isolation, wobei genau diese gemieden werden sollte. Dagegen ist z. B. ein regelmäßiger Besuch eines Sportvereins (Volleyball, Basketball, Klettern, Fußball, Handball, Schwimmen, Karate…) oder einer Musikschule (Klavier, Gitarre… oder sogar in einer Band spielen) für eine gute soziale Integration hilfreich. Diese Hobbys sorgen für einen Austausch unter Gleichgesinnten und tragen zu einer guten und vielseitigen Entwicklung des Kindes bei. Hierbei sollte unbedingt auf die Interessen des Kindes eingegangen werde.

Lösungsmöglichkeiten:

Ursachenorientierte Behandlung    von

Ängsten

Ist die Ursache für eine Angst bekannt, so ist es gut, wenn darauf sofort reagiert wird. Sehr wichtig dabei ist, dass das Kind auf keinen Fall für die Angst bestraft wird. Wenn das Kind beispielsweise in der Schule gemobbt wird, soll hierzu unbedingt eine Sofortmaßnahme eingeleitet werden. Zum Beispiel kann der Klassenlehrer oder die Schulleitung kontaktiert und das Geschehnis thematisiert werden, um dies in Zukunft zu vermeiden. Es hat sich außerdem sehr gut bewährt, persönlich mit den Schülern zu reden, die anderen Angst einjagen. Wenn das Kind nicht in die Schule gehen will, soll herausgefunden werden, woran das liegt und darauf entsprechend reagiert werden. Wenn Ängste von traumatisierenden Ereignissen stammen oder über längere Zeit konditioniert wurden, werden Gespräche wahrscheinlich nicht zum gewünschten Ziel führen, weil die Ursache für die Angst tief im Unterbewusstsein sitzt. An solche angstauslösende Ursachen bzw. Ereignisse kann man sich in der Regel nicht bewusst erinnern. Zurück bleibt nur das unverarbeitete Gefühl der Angst, das in einer gewissen Situation auftaucht und an die alte (vergessene) Situation wieder teilweise aufleben lässt. In der ursachenorientierten Hypnose ist es möglich, der Angst auf den Grund zu gehen, um die Ursachen aufzudecken und sie zu heilen. Wenn der emotionale Hintergrund bzw. die zugrunde liegende Ursache gefunden und gelöst wurde, vermindert sich die Angst oder sie löst sich vollständig auf. Aus meiner Erfahrung können Ängste in einer ursachenorientierten Hypnosebehandlung bereits in wenigen Sitzungen (manche Phobien bereits in einer Sitzung) behandelt werden. Bei Fragen können Sie sich gerne bei mir melden und wir besprechen gemeinsam die weitere Vorgehensweise. Ihr Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut in München-Moosach Dmytro Mohr 
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Ein schöner Nachthimmel mit Mond und Sternen.

Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen

Liebe Eltern,

die Angst ist eine sehr wichtige Emotion und deutet auf eine normale Entwicklung eines Kindes hin. Im Laufe dieser Entwicklung können bestimmte Ängste auftreten, die jeweils für ein bestimmtes Alter spezifisch sind. In einem solchen Fall ist es gut, wenn Sie als nahe stehende Bezugsperson mit Ihrem Kind reden und gemeinsam versuchen, der Angst auf den Grund zu gehen, um sie zu verstehen und zu überwinden. Wenn die Angst sehr stark ausgeprägt ist, mehrere Monate andauert und durch elterliche Unterstützung nicht reduziert wird, kann dies auf eine Angststörung hindeuten. Sie gehört zu den häufigsten Problemen im Kindes- und Jugendalter. In den meisten Fällen wurde die Angst erlernt. Es handelt sich also um eine Erfahrung. Anders ausgedrückt: die Angst wurde konditioniert. Die gute Nachricht ist: Alles, was erlernt wurde, kann auch wieder um-gelernt werden. Doch setzen wir uns zuerst mit den Arten der Angst auseinander.

Welche Arten von Ängsten gibt es?

Im Allgemeinen können Ängste in folgende zwei Gruppen unterteilt werden: Ängste mit Beginn im frühen Kindesalter: Hierzu gehören z. B. Trennungsangst, Verlustangst, phobische Störung des Kindesalters wie Angst vor Tieren oder Angst vor Blut, Angst vor Dunkelheit (Achluophobie), Angst vor Monstern, Angst vor Fremden, Schulangst, Nachtängste (pavor nocturnus) und Alpträume. Ängste des Erwachsenenalters: Zu diesen Ängsten zählen Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien wie beispielsweise Arachnophobie (Spinnenangst) und Prüfungsangst (Examensangst), generalisierten Angststörung und Panikattacke. In Abhängigkeit vom Alter können bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Ängste auftreten. Diese können mit der Entwicklung Ihres Kindes zusammenhängen. Sie müssen jedoch nicht zwingend in dem angegebenen Alter vorkommen. 1 bis ca. 3 Jahre: Jedes Alter hat eigene spezifische Ängste. So haben Kleinkinder bis 3 Jahre häufig Angst, allein ohne Mutter zu sein (Trennungsangst und Verlustangst). In diesem Alter bedeutet die Mutter für das Kind Sicherheit. Im Alltag entfernt sich die Mutter oder eine vertraute Bezugsperson zeitweise vom Kind, z. B. beim ins Bett oder zum Kindergarten bringen. Sobald das Kind dann merkt, dass es alleine ist, kann es mit Schreien und starken körperlichen Reaktionen darauf reagieren. Die Trennungsangst kann sogar von Befürchtungen begleitet werden, dass nicht nur dem Kind sondern auch der Bezugsperson etwas passieren könnte. Weiterhin können Schlafstörungen in Form von Alpträumen in Verbindung mit Trennungsangst gebracht werden. Für die ersten Lebensjahre ist auch die Angst vor fremden Personen typisch. Höhenangst und die Angst vor der Tiefe kommen in diesem Alter ebenfalls häufig vor. 3 bis ca. 7 Jahre: Typisch für Kinder des Vorschulalters ist die Angst vor Dunkelheit (Achluophobie). In diesem Alter entwickelt sich auch die Angst vor dem Tod. Kleine Kinder leben häufig in einer Phantasiewelt und können sich zum Beispiel Personen und Figuren aus Märchen sehr bildlich vorstellen. Das kann soweit gehen, dass sich daraus beispielsweise eine Angst vor Hexen, Monstern oder Räubern entwickelt und das Kind in der Nacht nicht schlafen kann. Die Trennungsangst oder Verlustangst kann in diesem Alter auch noch vorkommen, klingt aber in der Regel mit zunehmendem Alter ab. Einschulung und Schulalter: Die Einschulung bedeutet für Ihr Kind eine neue soziale Umgebung mit neuen Herausforderungen und möglicherweise einem Leistungsdruck, den es vorher nicht gab. Doch für die meisten Kinder ist der erste Schultag etwas Schönes und Besonderes. Allerdings sind nicht alle Eltern bei der Einschulung Ihres Kindes entspannt und gelassen. Einige Eltern haben eine gewisse Erwartungshaltung und diese kann unbewusst an das Kind übertragen werden. Jedes Kind entwickelt sich individuell und hat ein eigenes Lerntempo. Im Schulalltag können sich daraus Ängste für das Kind entwickeln: die Angst, schlechte Noten zu bekommen, schlechter als die Mitschüler zu sein oder Prüfungs- und Versagensängste. Aus Gründen der Angst kann auch ein Vermeidungsverhalten entstehen. Soziale Ängste (soziale Phobie) kommen in diesem Alter ebenfalls vor. Sie können sozialen Rückzug, wenige soziale Kontakte und Schulschwänzen zur Folge haben. Manchmal bekommen Kinder in solchen Fällen z. B. Bauchschmerzen und bleiben dann einfach zu Hause. Schulkinder und Jugendliche: Da sich der Körper in diesem Altersbereich sehr schnell entwickelt, kann das ein Grund für bestimmte Ängste sein. Zum Beispiel für die Angst, zuzunehmen oder nicht gut auszusehen. Auf diese Weise können sich in diesem Alter auch Essstörungen wie Bilimia nervosa, Anorexia nervosa oder auch andere Verhaltensweisen entwickeln, die auf die Angst vor dem eigenem Körper bzw. vor den Veränderungen des eigenen Körpers hindeuten. Auch die Angst, anders als die anderen oder als “schwarzes Schaf” abgestempelt zu sein, keinen Freund oder Freundin zu finden oder auch jemanden zu verlieren wie zum Beispiel die Eltern kann in diesem Alter auftreten.

Definition und Folgen einer Angststörung

Von einer Angststörung wird gesprochen, wenn die Angst für ein bestimmtes Alter untypisch

ist, mehrere Monate anhält, das Kind in der normalen Entwicklung beeinträchtigt und einen

Leidensdruck verursacht.

Beispielsweise spricht man von einer Angststörung, wenn ein 9-jähriges Kind eine

Trennungsangst oder Angst vor Dunkelheit hat, die normalerweise vor der Einschulung abklingt.

Angst ist eine subjektive Wahrnehmung und kann von körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Atemnot, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Harndrang und Schlaf- und Konzentrationsstörungen begleitet werden. Eine starke Angst führt zu einer falschen Interpretation oder Einschätzung der Situation. So denken Kinder mit einer solchen Angst, dass sie mit der Situation nicht zurecht kommen. Demzufolge unterschätzen sie ihre eigenen Kräfte und Bewältigungsstrategien und suchen nach einer Fluchtmöglichkeit aus der Situation (Vermeidungsverhalten). Das heißt, dass sie die Situation bewusst meiden, ohne zu wissen, warum sie dies tun. Sie interpretieren die angstbesetzten Situationen als “zu gefährlich” und verlieren dadurch jegliche Kontrolle über diese. Später kann es passieren, dass auch ähnliche Situationen direkt als “zu gefährlich” eingestuft und gemieden werden.

Wodurch wird die Angst verstärkt?

Eine gewisse Veranlagung (Vulnerabilität) kann die Entwicklung oder Verstärkung der Angst im Kindes- und Erwachsenenalter begünstigen. Ängstlichkeit, Verletztlichkeit, ein niedriges Selbstwertgefühl und auch familiäre Konflikte (z. B. mit Streitigkeiten) oder Krankheiten, Umzüge, Arbeitslosigkeit, Schulwechsel, Scheidung, Todesfälle oder sonstige belastende (traumatisierende) Ereignisse in der Vergangenheit können die Angst begünstigen oder sich in Form einer Angst beim Kind manifestieren.

Die Entstehung einer Angst

Damit sich Kinder gut entwickeln können, brauchen sie einerseits Möglichkeiten, viele Erfahrungen zu machen. Andererseits benötigen sie natürlich auch Vorbilder, um gute Strategien in der Praxis sehen zu können. Wenn sich der Erwachsene bzw. das Vorbild des Kindes selbst ängstlich verhält und eine bestimmte Situation nicht im Griff hat, kann dieses Verhalten bzw. die Angst vom Kind erlernt werden. Wird eine derartige Situation mehrmals beobachtet, kann es zum Nachahmen kommen. Kinder lernen durch nachahmen. Eine Angst kann auch aus einer eigenen Erfahrung resultieren. So kann es in einer stark mit Angst besetzten Situation passieren, dass sich die Angst mit der angstbesetzten Situation verknüpft. Oder die Angst kann sich mit etwas, das sich gerade im Fokus der Aufmerksamkeit befindet, verbinden. Ein Kind wurde zum Beispiel von einem Hund gebissen und erlebte in diesem Moment eine Todesangst. Dieses Gefühl kann sich in dem Moment mit dem Hund verbinden, weil der Hund im Moment im Fokus der Aufmerksamkeit war. In so einem Fall, können Situationen mit Hunden (auch mit friedlichen Hunden), an die erlebte Angst erinnern bzw. sie wieder auslösen. Dies passiert jedoch nicht unbedingt bewusst. Das heißt, dass sich das Kind vielleicht mehrere Jahre später nicht mehr an das ursprüngliche Ereignis erinnert, das zu der Angst geführt hat. Und dennoch löst ein ähnliches Ereignis die gleichen Gefühle aus. In diesem Fall spricht man von einer Konditionierung, weil die Angst mit dem Bild des Hundes gekoppelt wurde. Auf die gleiche Art und Weise können viele andere Ängste erlernt werden. Die Konditionierung der Angst kann auch über längere Zeit erfolgen. Wenn das Kind über eine längere Zeitdauer hinweg gemobbt wird, zum Beispiel in der Schule, kann dies zu Ängsten oder sogar zu einer Schulphobie führen und ein Vermeidungsverhalten mit sich bringen. Ein sehr wichtiger Faktor, der bei der Entstehung von Ängsten mitwirkt, ist eine emotionale Anspannung innerhalb der Familie, z. B. zwischen den Eltern. In einigen Fällen sind Kinder lediglich Symptomträger familiärer Konflikte. In einem solchen Fall sollte die ganze Familie in die Therapie miteinbezogen werden.

Idealsituation: Prävention statt Intervention

Die beste Prävention ist eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen den Familienmitgliedern bzw. zwischen Kindern und Eltern. Es soll Ansprechpartner geben, an die sich Kinder und Jugendliche jederzeit bei Fragen und Problemen wenden können. Eltern sollten Kinder auf die bevorstehenden körperlichen Veränderungen, die mit dem Körperwachstum zusammenhängen, vorbereiten und ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen. Mädchen sollen ausführlich über die bevorstehende Periode, die bereits mit 10 oder 11 Jahren beginnen kann, ausführlich informiert werden. Mädchen und Jungen sollen auch über die Sexualität und die während der Pubertät entstehenden körperlichen Veränderungen gut informiert werden. Es ist sehr gut, wenn diese Informationen besser zu Hause in einer vertrauensvollen Atmosphäre weitergegeben werden, als irgendwo von Freunden oder sogar aus den Medien oder der Werbung erfahren werden. Es ist offensichtlich, dass Jugendliche ungern über ihre Ängste und Befürchtungen sprechen. Doch in der Praxis kann man auch sehen, dass häufig vertraute Bezugspersonen fehlen, die bei Fragen oder Schwierigkeiten kontaktiert werden könnten. An Verhalten wie beispielsweise an einem sozialen Rückzug oder einer herabgesetzten oder gereizten Laune ist erkennbar, dass etwas mit dem Kind oder dem Jugendlichen nicht stimmt. Probleme in der Schule mit den Mitschülern können sogar bis zum Suizidversuch führen. Die Suizidrate im Jugendalter ist sehr hoch. Deswegen sollen Jugendliche mit aufklärenden und herzlichen Gesprächen von ihren Eltern stets unterstützt werden. Eine weitere Unterstützung und Hilfe in diesem manchmal schwierigen Alter kann ein Hobby leisten. Mit Hobby ist kein Smartphone, Fernseher, Computer oder Facebook gemeint. Die sozialen Medien und Netzwerke führen zu Isolation, wobei genau diese gemieden werden sollte. Dagegen ist z. B. ein regelmäßiger Besuch eines Sportvereins (Volleyball, Basketball, Klettern, Fußball, Handball, Schwimmen, Karate…) oder einer Musikschule (Klavier, Gitarre… oder sogar in einer Band spielen) für eine gute soziale Integration hilfreich. Diese Hobbys sorgen für einen Austausch unter Gleichgesinnten und tragen zu einer guten und vielseitigen Entwicklung des Kindes bei. Hierbei sollte unbedingt auf die Interessen des Kindes eingegangen werde.

Lösungsmöglichkeiten: Ursachenorientierte Behandlung von Ängsten

Ist die Ursache für eine Angst bekannt, so ist es gut, wenn darauf sofort reagiert wird. Sehr wichtig dabei ist, dass das Kind auf keinen Fall für die Angst bestraft wird. Wenn das Kind beispielsweise in der Schule gemobbt wird, soll hierzu unbedingt eine Sofortmaßnahme eingeleitet werden. Zum Beispiel kann der Klassenlehrer oder die Schulleitung kontaktiert und das Geschehnis thematisiert werden, um dies in Zukunft zu vermeiden. Es hat sich außerdem sehr gut bewährt, persönlich mit den Schülern zu reden, die anderen Angst einjagen. Wenn das Kind nicht in die Schule gehen will, soll herausgefunden werden, woran das liegt und darauf entsprechend reagiert werden. Wenn Ängste von traumatisierenden Ereignissen stammen oder über längere Zeit konditioniert wurden, werden Gespräche wahrscheinlich nicht zum gewünschten Ziel führen, weil die Ursache für die Angst tief im Unterbewusstsein sitzt. An solche angstauslösende Ursachen bzw. Ereignisse kann man sich in der Regel nicht bewusst erinnern. Zurück bleibt nur das unverarbeitete Gefühl der Angst, das in einer gewissen Situation auftaucht und an die alte (vergessene) Situation wieder teilweise aufleben lässt. In der ursachenorientierten Hypnose ist es möglich, der Angst auf den Grund zu gehen, um die Ursachen aufzudecken und sie zu heilen. Wenn der emotionale Hintergrund bzw. die zugrunde liegende Ursache gefunden und gelöst wurde, vermindert sich die Angst oder sie löst sich vollständig auf. Aus meiner Erfahrung können Ängste in einer ursachenorientierten Hypnosebehandlung bereits in wenigen Sitzungen (manche Phobien bereits in einer Sitzung) behandelt werden. Bei Fragen können Sie sich gerne bei mir melden und wir besprechen gemeinsam die weitere Vorgehensweise. Ihr Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut in München-Moosach Dmytro Mohr 
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