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Essstörungen:

Anorexia nervosa (Anorexie oder

Magersucht), Bulimia nervosa

(Bulimie) und Essattacken (Binge-

Eating-Störung oder psychogene

Hyperphagie)

Ein Beitrag für Betroffene und

Familienangehörige zu Essstörungen

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

auf dieser Seite biete ich Ihnen wichtige Informationen über Symptome, Entstehung und moderne ursachenorientierte Behandlungs- möglichkeiten an.

Merkmale und Arten von Essstörungen

Wenn wir Hunger haben, essen wir in der Regel,

was wir wollen und so viel, wie nötig. Essen ist

etwas Lebensnotwendiges und normalerweise

machen wir uns keine Sorgen um Kalorien und das

eigene Gewicht.

Es kommt jedoch vor, dass unser Essverhalten aus den normalen Bahnen gerät und plötzlich den Fokus unseres täglichen Lebens bildet. Am häufigsten sind Mädchen und junge Frauen von Essstörungen betroffen. Die Hauptmerkmale einer Essstörung sind:    Die ständige Beschäftigung mit dem Thema Essen, Eine starke Furcht, dick zu werden, Ein verändertes Essverhalten, welches auch dauerhafte gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, Essattacken, denen man nicht widerstehen kann und/ oder Eine Störung der Körperwahrnehmung (Körperschemastörung). Zu den häufigsten und bekanntesten Essstörungen gehören die Anorexia nervosa (auch als Anorexie oder Magersucht bekannt), die Bulimia nervosa (Bulimie) und Essattacken (Binge-Eating-Störung oder psychogene Hyperphagie). Jede dieser Essstörungen hat eigene spezifische Merkmale. Essstörungen sind ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankungen. Die Anzahl der von Essstörungen betroffenen Menschen und die Anzahl der durch Essstörungen verursachten Todesfälle nimmt zu (s. Statistiken des Statistischen Bundesamts).

Entstehung von Essstörungen

 

Eine Essstörung kann zahlreiche Hintergründe haben. Sie können zum Beispiel ihren Ursprung in Kindheitserfahrungen, familiären Konflikten, Beziehungsproblemen und Sexualproblemen haben. Auch unverarbeitete Traumata, z. B. als Folge von Missbrauch, können im späteren Verlauf die Form einer Essstörung annehmen. So können sich die Auswirkungen dieser Konflikte und Probleme auf das Selbstwertgefühl und die eigene Wertschätzung niederschlagen und zur Entwicklung einer Essstörung führen. Magersüchtige Menschen sind häufig Opfer der modernen Medien (Magazine, Fernsehen und Internet), in denen uns vorgetäuscht wird, dass die Schönheit etwas konkret Festgelegtes sei. Hieraus resultiert ein Schönheitsideal in der Gestalt eines mageren Menschen (häufig einer mageren Frau). Dass Top-Models meist dem Zwang ausgesetzt sind, dünn zu sein und häufig an Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa erkrankt sind, wird natürlich nicht erwähnt. Durch dieses verzerrte Bild kann ein zwanghafter Eindruck einer Welt mit immer jungen und schlanken Menschen entstehen. Einige Frauen fühlen sich außerdem dem Druck ausgesetzt, immer geschminkt sein zu müssen und eine große Oberweite, künstliche Wimpern und große Lippen zu besitzen. Bei einem solchen starren Bild eines Schönheitsideals bleibt unberücksichtigt, dass jeder Mensch besonders und auf seine eigene Art und Weise schön ist, viel schöner als die Idealbilder. Diese Vorstellung ist so stark verbreitet, dass viele Frauen in Deutschland bei der Frage nach ihrem Gewicht ca. 5 kg weniger nennen. Der Wunsch nach einem niedrigeren Gewicht betrifft viele Frauen in Deutschland und anderen europäischen Ländern, unabhängig davon, ob sie an einer Essstörung leiden oder nicht. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die Betroffenen von Anorexie und Bulimie häufig Familien mittlerer und gehobener Schichten angehören. In der Schule sind betroffene Mädchen häufig sehr erfolgreich und leistungsorientiert und wollen besser sein als die anderen. Gerade sie neigen manchmal dazu, etwas mollig zu sein, was der Grund für Mobbing in der Schule sein kann. Verletzende Kommentare zu ihrem Aussehen oder zu ihrer Leistung in der Schule von den Mitschülern oder den Eltern, die ihre Kinder anders sehen wollen, sind besonders traumatisierend. Um den Vorstellungen anderer gerecht zu werden, versuchen betroffene Mädchen und junge Frauen, wie oben beschrieben Einfluss auf ihr Körpergewicht zu nehmen. Familiäre oder andere soziale Konflikte werden bei Menschen mit Essstörungen häufig nicht in Form von beispielsweise Angst oder Wut sichtbar, sondern sie werden unbewusst in eine Autoaggression gegen ihren eigenen Körper umgewandelt. Häufig sind magersüchtige Mädchen stolz auf das Endergebnis, also stolz auf den mageren Körper. Sie sind davon überzeugt, dass sie endlich etwas geschafft haben. Die Nahrungsaufnahme dagegen wird als Kontrollverlust wahrgenommen. Dies deutet auf einen großen emotionalen Anteil (Glaubenssätze) bei dieser Erkrankung hin. Die Emotionen, die sonst (z. B. in Form von Wut oder Trauer) einen Weg nach außen finden würden, manifestieren sich in Form einer gegen sich selbst gerichteten Aggression, die sich in Form eine Körperschemastörung, also einer verfälschten Wahrnehmung des eigenen Körpers bemerkbar macht.

Manifestation von Bulimie und Anorexie

In der Anfangsphase können Symptome einer Anorexie in eine Bulimie übergehen und umgekehrt. Ein solches Abwechseln ist möglich, solange die Kontrolle über den eigenen Körper besteht. Wenn sich der Körper an eine begrenzte Essensmenge oder auch an riesige Essensmengen mit darauf folgendem Erbrechen gewöhnt hat, manifestiert sich eine Erkrankung in Form der Anorexia nervosa oder der Bulimia nervosa. Ab diesem Zeitpunkt wird es schwierig, den Körper aus eigener Kraft unter Kontrolle zu bekommen. Genau darin besteht die Gefahr dieser Erkrankungen.

Merkmale, Symptome und Verlauf von

Essstörungen

Essstörungen werden häufig erst nach mehreren Jahren diagnostiziert, d. h. erst dann, wenn die Symptome einen chronischen Verlauf genommen haben. Im Jahr 2015 wurden laut dem Statistischen Bundesamt 75 Todesfälle im Zusammenhang mit Essstörungen in Deutschland registriert. 49 davon (ca. 65 %) sind auf Anorexia nervosa zurückzuführen. Ca. 90 % der Menschen mit Essstörungen sind weiblich. Bei Menschen mit Essstörungen ist eine affektive Instabilität zu beobachten. Wegen der mangelnden Impulskontrolle fühlen sie sich dem Zwang, zu essen oder zu hungern ausgesetzt. Menschen mit Anorexie oder Bulimie denken häufig, sie seien nicht gut genug und würden nicht gut genug und effektiv arbeiten und geben sich dafür die Schuld. Dieser Umstand kann zum Misstrauen gegenüber zwischenmenschlichen Beziehungen führen.

Anorexia nervosa (Anorexie oder Magersucht)

Am häufigsten kommt die Anorexie bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren vor. Die Betroffenen sind sehr stark auf den Kalorienwert des Essens und den Wunsch abzunehmen fixiert. Dies kann bis zur kompletten Essensverweigerung führen, auch wenn sie bereits sehr schlank sind. Menschen mit Anorexie haben Angst, dick oder hässlich auszusehen (Dysmorphophobie, Körperschemastörung). Sie essen zunehmend immer weniger und kontrollieren genau, was sie essen, um eine Gewichtszunahme in jedem Fall zu vermeiden. Ab einem BMI (Body Mass Index) von 17.5 und niedrigeren Werten wird die Diagnose einer Anorexia nervosa gestellt. Um abzunehmen, greifen Betroffene häufig auf radikale Maßnahmen zurück. Sie machen Diäten, hungern, treiben exzessiv Sport, bedienen sich Abführmitteln und Diuretika oder leeren manchmal durch selbstinduziertes Erbrechen nach dem Essen den Magen. Derartige Handlungen führen zu einer drastischen Reduktion des Eigengewichts, oft auf ein extrem niedriges und sogar lebensgefährliches Niveau. Im Durchschnitt verlieren betroffene Menschen ca. 45 % ihres Ausgangsgewichts. Im chronischen Verlauf können häufig das Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutungen) bei Mädchen und Frauen, eine starke Müdigkeit, Haarausfall, trockene Haut, Verstopfung, Anämie, Gereiztheit, depressive Symptome und/ oder Ängste und Zwangssymptome beobachtet werden. Außerdem können Unfruchtbarkeit, Schlafstörungen, Herzprobleme und bei Männern zusätzlich Impotenz auftreten. Die Anorexia nervosa kann auch einen tödlichen Verlauf nehmen. In besonders schweren Formen der Anorexie kann die Nahrung vom Körper nicht mehr aufgenommen werden. Auch mit einer Zwangsernährung können die Betroffenen in einem solchen Fall häufig nicht mehr gerettet werden.

Bulimia nervosa (Bulimie)

Am häufigsten sind junge Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren von der Bulimie betroffen. Die Bulimia nervosa zeichnet sich durch wiederkehrende Essattacken mit völligem Kontrollverlust über das eigene Essverhalten und einem darauf folgenden selbstinduzierten Erbrechen aus. In einer Essattacke wird in einem kurzen Zeitraum eine große Menge an Essen (z. B. alles, was im Kühlschrank vorhanden ist) und häufig fast ungekaut heruntergewürgt. Auch wenn die Betroffenen keinen Hunger haben, verspüren sie ein Bedürfnis und Verlangen nach dem Essen und können diesem nicht widerstehen. Diese Menschen fühlen sich vom Hunger verfolgt. Das Essen nehmen sie in der Regel heimlich zu sich, damit andere nichts davon erfahren. Nach den Essanfällen sind Betroffene häufig mit Scham, Ekel und einer Angst, zu dick zu werden, erfüllt. Sie versuchen, alles wieder gut zu machen, indem sie alles erbrechen, was sie gegessen haben. Hierfür nutzen sie Abführmittel, Diuretika, fasten und treiben exzessiv Sport und schwören sich, so etwas nie wieder zu tun. Auf diese Weise gelingt es diesen Menschen, ihr eigenes Gewicht auf einem relativ konstanten Niveau zu halten. Aus diesem Grund fallen sie in der Gesellschaft nicht unbedingt auf, was zur Folge hat, dass die Erkrankung häufig lange Zeit unentdeckt bleibt. Betroffene Menschen verstehen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und trotzdem verheimlichen sie die Essanfälle und können sich nicht alleine helfen. Die Symptome im chronischen Verlauf der Bulimia nervosa sind vergleichbar mit denen der Anorexia nervosa. Auch wenn Menschen mit Bulimie häufig ein unauffälliges oder „normales“ Körpergewicht haben, haben sie dennoch Symptome von Mangelernährung wie Elektrolytverschiebungen und vegetative oder gastrointestinale Störungen. Typisch für die Bulimia nervosa sind ausgeprägte Karies, Läsionen am Handrücken und Schwielen an den Fingern, die durch das mutwillig herbeigeführte Erbrechen entstehen.

Essattacke (Binge-Eating-Störung oder

psychogene Hyperphagie)

Essattacken sind sehr stark verbreitete Essstörungen, die häufiger bei Frauen als bei Männern auftreten. Die Merkmale und Symptome einer Essattacke sind die gleichen wie bei der Bulimia nervosa, mit dem Unterschied, dass betroffene Menschen im Gegensatz zur Bulimie keine Maßnahmen ergreifen, um ihr Gewicht auf einem konstanten Niveau zu halten. Dies hat eine starke Gewichtszunahme zur Folge, die bis zur Fettleibigkeit (Adipositas) führen kann. Typische Auslöser und Verstärker für eine Essattacke sind Stress und psychische Belastungen. Betroffene leiden meist unter Kontrollverlust über ihr Essverhalten und schämen sich dafür. Im chronischen Verlauf können Essattacken zu sozialen und gesundheitlichen Problemen führen, die mit der starken Gewichtszunahme einhergehen.

Behandlung von Essstörungen

Wichtige Ausgangsbedingungen

Die Motivation spielt für die Behandlung einer Essstörung eine sehr wichtige Rolle. Diese kann sehr gut durch Unterstützung vom familiären Umkreis erhöht werden. Dabei ist es auch sehr hilfreich, wenn sich von Essstörungen betroffene Menschen neuen Aufgaben und Aktivitäten wie einem Hobby widmen. Wichtig ist, dass über Probleme im familiären Umkreis offen und direkt gesprochen wird. Um über mögliche Hintergründe einer Essstörung sprechen zu können, soll zunächst Vertrauen bzw. eine tragbare Beziehung aufgebaut werden.

Moderne ursachenorientierte Behandlung

Früher wurde versucht, Essstörungen auf medikamentösen Wegen zu behandeln. Später wurde festgestellt, dass sie zu den psychosomatischen Erkrankungen gehören und daher besser auf eine Psychotherapie ansprechen. Die Ursachen für eine Essstörung haben ihre Wurzeln im Unterbewusstsein. Dort sind beispielsweise verdrängte Gefühle, traumatisierende Erlebnisse oder Glaubenssätze gespeichert. Diese beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten und können z. B. zu einem gestörten Essverhalten führen. Beispiele: Betroffene Menschen mit Anorexie denken z. B., dass sie zu dick sind und zwar unabhängig davon, wie sie wirklich aussehen. Im Spiegel sehen sie einen dicken Menschen vor sich, z. B. mit viel Fett am Bauch, großen Oberschenkeln, einem großen Hüftumfang, einem großen Po und dicken Beinen, obwohl sie in Realität abgemagert sind. Der Gedanke, zu dick zu sein ist zwanghaft und permanent vorhanden. Der betroffene Mensch denkt, durch eine Diät eine ideale Figur zu erzielen. Auch im Falle einer Bulimie oder einer Essattacke kommt der Impuls aus dem Inneren. Doch der Hunger, der während der Attacke gestillt wird ist nicht körperlich sondern emotional. Mit Hilfe der ursachenorientierten Hypnose (Hypnoanalyse) kann der emotionale Hintergrund, der für Essattacken (den emotionalen Hunger) oder für die Verweigerung von Essen verantwortlich ist, aufgedeckt, verarbeitet und geheilt werden. Bevor sich Menschen mit Essstörungen an einen Spezialisten wenden oder von Verwandten und Freunden zu einem Spezialisten gebracht werden, vergehen häufig Jahre. Auch wenn Betroffene verstehen, dass es ihnen nicht gut geht und dass sie in Realität nicht zu dick sind, können sie nicht bewusst alleine den Teufelskreis durchbrechen. Es ist sehr wichtig, nicht zu warten und im letzten Moment einzugreifen (wenn es möglicherweise zu spät ist), sondern die Betroffenen so früh wie möglich zu motivieren, Kontakt zu einem Therapeuten aufzunehmen. Gerne können Sie mich kontaktieren und wir besprechen gemeinsam die weitere Vorgehensweise. Ihr Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut in München-Moosach Dmytro Mohr 
Dmytro Mohr Heilpraktiker für Psychotherapie © weseetheworld/ Fotolia.com © aleutie/ Fotolia.com © VadimGuzhva/ Fotolia.com
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Merkmale und Arten von Essstörungen

Wenn wir Hunger haben, essen wir in der Regel, was wir wollen und so viel, wie nötig. Essen ist

etwas Lebensnotwendiges und normalerweise machen wir uns keine Sorgen um Kalorien und das

eigene Gewicht.

Es kommt jedoch vor, dass unser Essverhalten aus den normalen Bahnen gerät und plötzlich den Fokus unseres täglichen Lebens bildet. Am häufigsten sind Mädchen und junge Frauen von Essstörungen betroffen. Die Hauptmerkmale einer Essstörung sind:    Die ständige Beschäftigung mit dem Thema Essen, Eine starke Furcht, dick zu werden, Ein verändertes Essverhalten, welches auch dauerhafte gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, Essattacken, denen man nicht widerstehen kann und/ oder Eine Störung der Körperwahrnehmung (Körperschemastörung). Zu den häufigsten und bekanntesten Essstörungen gehören die Anorexia nervosa (auch als Anorexie oder Magersucht bekannt), die Bulimia nervosa (Bulimie) und Essattacken (Binge- Eating-Störung oder psychogene Hyperphagie). Jede dieser Essstörungen hat eigene spezifische Merkmale. Essstörungen sind ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankungen. Die Anzahl der von Essstörungen betroffenen Menschen und die Anzahl der durch Essstörungen verursachten Todesfälle nimmt zu (s. Statistiken des Statistischen Bundesamts).

Entstehung von Essstörungen

 

Eine Essstörung kann zahlreiche Hintergründe haben. Sie können zum Beispiel ihren Ursprung in Kindheitserfahrungen, familiären Konflikten, Beziehungsproblemen und Sexualproblemen haben. Auch unverarbeitete Traumata, z. B. als Folge von Missbrauch, können im späteren Verlauf die Form einer Essstörung annehmen. So können sich die Auswirkungen dieser Konflikte und Probleme auf das Selbstwertgefühl und die eigene Wertschätzung niederschlagen und zur Entwicklung einer Essstörung führen. Magersüchtige Menschen sind häufig Opfer der modernen Medien (Magazine, Fernsehen und Internet), in denen uns vorgetäuscht wird, dass die Schönheit etwas konkret Festgelegtes sei. Hieraus resultiert ein Schönheitsideal in der Gestalt eines mageren Menschen (häufig einer mageren Frau). Dass Top-Models meist dem Zwang ausgesetzt sind, dünn zu sein und häufig an Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa erkrankt sind, wird natürlich nicht erwähnt. Durch dieses verzerrte Bild kann ein zwanghafter Eindruck einer Welt mit immer jungen und schlanken Menschen entstehen. Einige Frauen fühlen sich außerdem dem Druck ausgesetzt, immer geschminkt sein zu müssen und eine große Oberweite, künstliche Wimpern und große Lippen zu besitzen. Bei einem solchen starren Bild eines Schönheitsideals bleibt unberücksichtigt, dass jeder Mensch besonders und auf seine eigene Art und Weise schön ist, viel schöner als die Idealbilder. Diese Vorstellung ist so stark verbreitet, dass viele Frauen in Deutschland bei der Frage nach ihrem Gewicht ca. 5 kg weniger nennen. Der Wunsch nach einem niedrigeren Gewicht betrifft viele Frauen in Deutschland und anderen europäischen Ländern, unabhängig davon, ob sie an einer Essstörung leiden oder nicht. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die Betroffenen von Anorexie und Bulimie häufig Familien mittlerer und gehobener Schichten angehören. In der Schule sind betroffene Mädchen häufig sehr erfolgreich und leistungsorientiert und wollen besser sein als die anderen. Gerade sie neigen manchmal dazu, etwas mollig zu sein, was der Grund für Mobbing in der Schule sein kann. Verletzende Kommentare zu ihrem Aussehen oder zu ihrer Leistung in der Schule von den Mitschülern oder den Eltern, die ihre Kinder anders sehen wollen, sind besonders traumatisierend. Um den Vorstellungen anderer gerecht zu werden, versuchen betroffene Mädchen und junge Frauen, wie oben beschrieben Einfluss auf ihr Körpergewicht zu nehmen. Familiäre oder andere soziale Konflikte werden bei Menschen mit Essstörungen häufig nicht in Form von beispielsweise Angst oder Wut sichtbar, sondern sie werden unbewusst in eine Autoaggression gegen ihren eigenen Körper umgewandelt. Häufig sind magersüchtige Mädchen stolz auf das Endergebnis, also stolz auf den mageren Körper. Sie sind davon überzeugt, dass sie endlich etwas geschafft haben. Die Nahrungsaufnahme dagegen wird als Kontrollverlust wahrgenommen. Dies deutet auf einen großen emotionalen Anteil (Glaubenssätze) bei dieser Erkrankung hin. Die Emotionen, die sonst (z. B. in Form von Wut oder Trauer) einen Weg nach außen finden würden, manifestieren sich in Form einer gegen sich selbst gerichteten Aggression, die sich in Form eine Körperschemastörung, also einer verfälschten Wahrnehmung des eigenen Körpers bemerkbar macht.

Manifestation von Bulimie und Anorexie

In der Anfangsphase können Symptome einer Anorexie in eine Bulimie übergehen und umgekehrt. Ein solches Abwechseln ist möglich, solange die Kontrolle über den eigenen Körper besteht. Wenn sich der Körper an eine begrenzte Essensmenge oder auch an riesige Essensmengen mit darauf folgendem Erbrechen gewöhnt hat, manifestiert sich eine Erkrankung in Form der Anorexia nervosa oder der Bulimia nervosa. Ab diesem Zeitpunkt wird es schwierig, den Körper aus eigener Kraft unter Kontrolle zu bekommen. Genau darin besteht die Gefahr dieser Erkrankungen.

Merkmale, Symptome und Verlauf von Essstörungen

Essstörungen werden häufig erst nach mehreren Jahren diagnostiziert, d. h. erst dann, wenn die Symptome einen chronischen Verlauf genommen haben. Im Jahr 2015 wurden laut dem Statistischen Bundesamt 75 Todesfälle im Zusammenhang mit Essstörungen in Deutschland registriert. 49 davon (ca. 65 %) sind auf Anorexia nervosa zurückzuführen. Ca. 90 % der Menschen mit Essstörungen sind weiblich. Bei Menschen mit Essstörungen ist eine affektive Instabilität zu beobachten. Wegen der mangelnden Impulskontrolle fühlen sie sich dem Zwang, zu essen oder zu hungern ausgesetzt. Menschen mit Anorexie oder Bulimie denken häufig, sie seien nicht gut genug und würden nicht gut genug und effektiv arbeiten und geben sich dafür die Schuld. Dieser Umstand kann zum Misstrauen gegenüber zwischenmenschlichen Beziehungen führen.

Anorexia nervosa (Anorexie oder Magersucht)

Am häufigsten kommt die Anorexie bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren vor. Die Betroffenen sind sehr stark auf den Kalorienwert des Essens und den Wunsch abzunehmen fixiert. Dies kann bis zur kompletten Essensverweigerung führen, auch wenn sie bereits sehr schlank sind. Menschen mit Anorexie haben Angst, dick oder hässlich auszusehen (Dysmorphophobie, Körperschemastörung). Sie essen zunehmend immer weniger und kontrollieren genau, was sie essen, um eine Gewichtszunahme in jedem Fall zu vermeiden. Ab einem BMI (Body Mass Index) von 17.5 und niedrigeren Werten wird die Diagnose einer Anorexia nervosa gestellt. Um abzunehmen, greifen Betroffene häufig auf radikale Maßnahmen zurück. Sie machen Diäten, hungern, treiben exzessiv Sport, bedienen sich Abführmitteln und Diuretika oder leeren manchmal durch selbstinduziertes Erbrechen nach dem Essen den Magen. Derartige Handlungen führen zu einer drastischen Reduktion des Eigengewichts, oft auf ein extrem niedriges und sogar lebensgefährliches Niveau. Im Durchschnitt verlieren betroffene Menschen ca. 45 % ihres Ausgangsgewichts. Im chronischen Verlauf können häufig das Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutungen) bei Mädchen und Frauen, eine starke Müdigkeit, Haarausfall, trockene Haut, Verstopfung, Anämie, Gereiztheit, depressive Symptome und/ oder Ängste und Zwangssymptome beobachtet werden. Außerdem können Unfruchtbarkeit, Schlafstörungen, Herzprobleme und bei Männern zusätzlich Impotenz auftreten. Die Anorexia nervosa kann auch einen tödlichen Verlauf nehmen. In besonders schweren Formen der Anorexie kann die Nahrung vom Körper nicht mehr aufgenommen werden. Auch mit einer Zwangsernährung können die Betroffenen in einem solchen Fall häufig nicht mehr gerettet werden.

Bulimia nervosa (Bulimie)

Am häufigsten sind junge Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren von der Bulimie betroffen. Die Bulimia nervosa zeichnet sich durch wiederkehrende Essattacken mit völligem Kontrollverlust über das eigene Essverhalten und einem darauf folgenden selbstinduzierten Erbrechen aus. In einer Essattacke wird in einem kurzen Zeitraum eine große Menge an Essen (z. B. alles, was im Kühlschrank vorhanden ist) und häufig fast ungekaut heruntergewürgt. Auch wenn die Betroffenen keinen Hunger haben, verspüren sie ein Bedürfnis und Verlangen nach dem Essen und können diesem nicht widerstehen. Diese Menschen fühlen sich vom Hunger verfolgt. Das Essen nehmen sie in der Regel heimlich zu sich, damit andere nichts davon erfahren. Nach den Essanfällen sind Betroffene häufig mit Scham, Ekel und einer Angst, zu dick zu werden, erfüllt. Sie versuchen, alles wieder gut zu machen, indem sie alles erbrechen, was sie gegessen haben. Hierfür nutzen sie Abführmittel, Diuretika, fasten und treiben exzessiv Sport und schwören sich, so etwas nie wieder zu tun. Auf diese Weise gelingt es diesen Menschen, ihr eigenes Gewicht auf einem relativ konstanten Niveau zu halten. Aus diesem Grund fallen sie in der Gesellschaft nicht unbedingt auf, was zur Folge hat, dass die Erkrankung häufig lange Zeit unentdeckt bleibt. Betroffene Menschen verstehen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und trotzdem verheimlichen sie die Essanfälle und können sich nicht alleine helfen. Die Symptome im chronischen Verlauf der Bulimia nervosa sind vergleichbar mit denen der Anorexia nervosa. Auch wenn Menschen mit Bulimie häufig ein unauffälliges oder „normales“ Körpergewicht haben, haben sie dennoch Symptome von Mangelernährung wie Elektrolytverschiebungen und vegetative oder gastrointestinale Störungen. Typisch für die Bulimia nervosa sind ausgeprägte Karies, Läsionen am Handrücken und Schwielen an den Fingern, die durch das mutwillig herbeigeführte Erbrechen entstehen.

Essattacke (Binge-Eating-Störung oder psychogene Hyperphagie)

Essattacken sind sehr stark verbreitete Essstörungen, die häufiger bei Frauen als bei Männern auftreten. Die Merkmale und Symptome einer Essattacke sind die gleichen wie bei der Bulimia nervosa, mit dem Unterschied, dass betroffene Menschen im Gegensatz zur Bulimie keine Maßnahmen ergreifen, um ihr Gewicht auf einem konstanten Niveau zu halten. Dies hat eine starke Gewichtszunahme zur Folge, die bis zur Fettleibigkeit (Adipositas) führen kann. Typische Auslöser und Verstärker für eine Essattacke sind Stress und psychische Belastungen. Betroffene leiden meist unter Kontrollverlust über ihr Essverhalten und schämen sich dafür. Im chronischen Verlauf können Essattacken zu sozialen und gesundheitlichen Problemen führen, die mit der starken Gewichtszunahme einhergehen.

Behandlung von Essstörungen

Wichtige Ausgangsbedingungen

Die Motivation spielt für die Behandlung einer Essstörung eine sehr wichtige Rolle. Diese kann sehr gut durch Unterstützung vom familiären Umkreis erhöht werden. Dabei ist es auch sehr hilfreich, wenn sich von Essstörungen betroffene Menschen neuen Aufgaben und Aktivitäten wie einem Hobby widmen. Wichtig ist, dass über Probleme im familiären Umkreis offen und direkt gesprochen wird. Um über mögliche Hintergründe einer Essstörung sprechen zu können, soll zunächst Vertrauen bzw. eine tragbare Beziehung aufgebaut werden.

Moderne ursachenorientierte Behandlung

Früher wurde versucht, Essstörungen auf medikamentösen Wegen zu behandeln. Später wurde festgestellt, dass sie zu den psychosomatischen Erkrankungen gehören und daher besser auf eine Psychotherapie ansprechen. Die Ursachen für eine Essstörung haben ihre Wurzeln im Unterbewusstsein. Dort sind beispielsweise verdrängte Gefühle, traumatisierende Erlebnisse oder Glaubenssätze gespeichert. Diese beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Verhalten und können z. B. zu einem gestörten Essverhalten führen. Beispiele: Betroffene Menschen mit Anorexie denken z. B., dass sie zu dick sind und zwar unabhängig davon, wie sie wirklich aussehen. Im Spiegel sehen sie einen dicken Menschen vor sich, z. B. mit viel Fett am Bauch, großen Oberschenkeln, einem großen Hüftumfang, einem großen Po und dicken Beinen, obwohl sie in Realität abgemagert sind. Der Gedanke, zu dick zu sein ist zwanghaft und permanent vorhanden. Der betroffene Mensch denkt, durch eine Diät eine ideale Figur zu erzielen. Auch im Falle einer Bulimie oder einer Essattacke kommt der Impuls aus dem Inneren. Doch der Hunger, der während der Attacke gestillt wird ist nicht körperlich sondern emotional. Mit Hilfe der ursachenorientierten Hypnose (Hypnoanalyse) kann der emotionale Hintergrund, der für Essattacken (den emotionalen Hunger) oder für die Verweigerung von Essen verantwortlich ist, aufgedeckt, verarbeitet und geheilt werden. Bevor sich Menschen mit Essstörungen an einen Spezialisten wenden oder von Verwandten und Freunden zu einem Spezialisten gebracht werden, vergehen häufig Jahre. Auch wenn Betroffene verstehen, dass es ihnen nicht gut geht und dass sie in Realität nicht zu dick sind, können sie nicht bewusst alleine den Teufelskreis durchbrechen. Es ist sehr wichtig, nicht zu warten und im letzten Moment einzugreifen (wenn es möglicherweise zu spät ist), sondern die Betroffenen so früh wie möglich zu motivieren, Kontakt zu einem Therapeuten aufzunehmen. Gerne können Sie mich kontaktieren und wir besprechen gemeinsam die weitere Vorgehensweise. Ihr Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut in München-Moosach Dmytro Mohr 

Essstörungen:

Anorexia nervosa (Anorexie oder Magersucht), Bulimia nervosa (Bulimie)

und Essattacken (Binge-Eating-Störung oder psychogene Hyperphagie)

Ein Beitrag für Betroffene und Familienangehörige zu Essstörungen

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